Mein Trip nach Mequinenza

Vom 10.09. bis 18.10.10 besuchte ich als neuestes Mitglied von Team Pfalzcarp zusammen mit 3 Angelkollegen aus unserem Angelverein, Joachim, Wolfgang und Frank, das erste Mal Spanien. Ziel war es einen Wels, am besten den ersehnten „Großen“, zu fangen. Doch nun erst einmal zurück in den Januar 2010.

Es war noch kalt draußen, als wir 4 beschlossen im September ins „Warme“ zum Angeln zu fahren. Joachim und Wolfgang, die schon ca. 15 Jahren  nach Mequinenza jährlich fahren, fragten Frank und mich, ob wir Lust hätten uns ihnen anzuschließen. Schnell war für Frank und mich klar, dass wir alle Hebel in Bewegung setzten würden, damit dies klappt. Also am nächsten Tag direkt den Urlaubsschein ausgefüllt und beim Chef abgegeben. Bei mir war es der perfekte Zeitpunkt, da in dieser Zeit niemand aus meiner Werkstatt Urlaub hatte. Somit war ca. 3min später mein Urlaub von arbeitstechnischer Seite geklärt.

Jetzt hieß es warten, warten, warten… Bei jedem Treffen, egal ob mit Frank, Joachim oder Wolfgang gab es fast nur noch ein Thema: „ Spanien olé“

Wir redeten über die Härte des Anschlags, aber dazu später mehr, über die Kraft der Fische, über die Landschaft…. und meistens endeten die Treffen mit den Worten: „In x-Wochen ist es endlich soweit“. Der Urlaub rückte immer näher  und die Freude und Aufregung stieg immer mehr.

Im Juli trafen wir uns dann um alles genau zu besprechen: Abfahrtszeit; wer bringt was mit; was brauchen wir alles; wie viel Geld brauchen wir und vieles mehr. Anschließend schauten wir noch einen Film der im Urlaub 2008 von Joachim und Wolfgang gedreht wurde. Bei mir und Frank, als Greenhorns, platzte jetzt endgültig der Geduldsfaden, am liebsten schon früher fahren, ach was am besten JETZT!!!!! Jetzt schlug die Stunde von Joachim. Er machte uns mit weiteren Geschichten die Nase lang, so dass die Aufregung ins Unermessliche stieg. Wie ein Kleinkind auf die Freude an Weihnachten kam ich mir vor, aber es war schön sich auf das zu freuen, was ich eben gesehen habe.

Ein Problem gab es aber noch: Fliegen oder Fahren ?!

Fliegen wäre schnell und wahrscheinlich auch günstiger, fahren dauerte ca. 15 Stunden (1400km), aber wir könnten im Gegensatz zum Fliegen Angelsachen mitnehmen. Ca.30min später waren wir uns einig -> Fahren. Jetzt musste nur noch ein Auto organisiert werden. Joachim der in einem Autohaus arbeitet übernahm diesen Part und besorgte uns einen fast neuen VW T5 Bus. Der sollte reichen um uns vier und einiges an Tackle nach Spanien zu bringen.

2 Wochen vor Abfahrt bekamen wir dann die endgültige Zusage vom Autohaus. Jetzt konnte uns nichts mehr im Wege stehen. Über Wochen beobachtete ich das Wetter in Lleida, da dies der nächstgelegenste Ort war, wo wir hinfuhren. Genauer gesagt fuhren wir nach Mequinenza an die Flüsse Ebro, Cinca und Segre mit den beiden Stauseen.

Montags 06.09 fing meine letzte Arbeitswoche vorm Urlaub an, zum Glück hatte ich Frühschicht, so dass ich mittags die Zeit hatte alles zu richten und zu packen.

Mittwoch 08.09. wurde dann das ganze Angelgepäck noch mal kontrolliert. „Wahrscheinlich brauchst du das eh nicht alles“, dachte ich. Aber jeder von uns Angler kennt die Situation: Man sitzt am Wasser und es beißt nichts, dann fallen einem all die Sachen ein, welche man jetzt probieren könnte, ja wenn man sie nur dabei hätte. Diese Gedanken wollte ich weitestgehend nicht in Spanien haben. Also rein mit den ganzen Dips, Sprays, Köderimitationen……

Donnerstag 09.09. rappelte ich mich 4:45 Uhr zu meinem letzten Arbeitstag vorm Urlaub auf. Die zeit auf der Arbeit stand fast still. Als es dann endlich 14:15 Uhr war und meine ganzen Arbeitskollegen von mir informiert waren, egal ob sie wollten oder nicht, dass es morgen endlich nach Spanien geht, schrieb ich eine SMS mit nur einem Wort an Frank: URLAUB !! Zu hause angekommen packte ich meine Sportsachen und fuhr nachmittags noch ins Kickbox-Training, um die zeit so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Es dauerte ja schließlich noch ca.19 Stunden bis Joachim mich abholte.

Freitags 10.09. bekam ich morgens noch Besuch. Die Zeit verging wie im Flug. Gegen 15 Uhr musste ich noch mal zu Eric, da ich noch frische Maden brauchte zum Laubenangeln, da wir in unserer „Freizeit“, d.h. die Zeit die wir nicht mit unserem Guide Bodo verbrachten, dem Zander zu Leibe rücken wollen.  Es war 19:15 Uhr als mein Handy klingelte und mir Joachim sagte, dass er in 30 Min. bei mir wäre. So war es dann auch. 19:50 Uhr stoppte ein weißer T5 Bus vor meiner Haustür. Joachim und Wolfgang begrüßte ich mit einem freundlichem „HALLO, jetzt wird’s aber auch Zeit“. Zusammen packten wir jetzt meine sieben (naja es waren schon ein paar mehr) Sachen in den Kofferraum und ab ging es zu Frank. Bei ihm zu Hause angekommen überraschte uns seine Frau Melanie noch mit selbstgebackenen Kaffeestückchen, welche schon kurz nach der franz. Grenze leer waren. Joachim, der an diesem Tage noch arbeiten musste schruppt die ersten der insgesamt 1400km runter. Nach ca. 3 Stunden Fahrt übernahm ich nach einer kurzen Pause das Steuer. Wir fuhren durch Lyon. Eine Stadt von deren Größe ich mehr als beeindruckt war. Ich wusste zwar, dass sie groß ist, aber so groß habe ich sie mir nicht vorgestellt. Danach übernahm Wolfgang das „Ruder“ und pünktlich zum Sonnenaufgang waren wir kurz vor der spanischen Grenze am französischen Mittelmeer. Ein Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch mit allen warmen Farben. Die restlichen Kilometer  teilten Frank, Joachim und ich dann auf. Es war gegen 12Uhr als wir dann zum ersten Mal den Ebro live sahen und 30min später standen wir vor unserem Ferienhaus. Der Anblick der Natur war überwältigend. 20m zwischen Haus und Wasser, am anderen Ufer Felswände und darüber kreisten die Geier.

Jetzt hielt mich nichts mehr. Sachen auspacken, Stipprute montieren und Köfis angeln. Gegen 17 Uhr fuhren Joachim und ich einkaufen. Da aber alle Geschäfte in Mequinenza zu hatten mussten wir einen Ort weiter. Schnell hatten wir alle Sachen gekauft und machten uns wieder auf den Heimweg. Kurz bevor es Dunkel wurde hatte ich meine Zandersachen montiert und mein Köfi flog am Doppeldrilling-System gen Wasser. Jetzt hieß es warten, so bin ich es zumindest von meinem Hausgewässer gewöhnt. Es dauerte noch keine 10 min bis sich mein Delkim zum ersten Mal meldete. VOLLRUN!!! Anschlag – nichts. Die leeren Haken hielt ich wortlos in meiner Hand als Franks Bissanzeiger aufheulte. Aber gleiches Ergebnis. Wir bestückten unsere Haken neu und ab ins Wasser damit. Kurz darauf selbes Spiel wieder. Für meinen Dritten Biss überlegte ich mir eine neue Taktik. Beim Vollrun Freilauf raus und  in die Bremse laufen lassen. Ich musste nicht lange auf den 3. Biss innerhalb der ersten Stunde warten.

Und genau wie vorher überlegt ging ich jetzt vor. Ich schloss den Freilauf und ließ den Fisch in die fast geschlossene bremse laufen. Die Rutenspitze bog sich zur Seite und ich nahm kurz darauf die Rute in die Hand. „Hängt“ rief ich und nach kurzem aber schönem Drill konnte ich einen staatlichen Zander von 73cm in die Maschen meines Keschers führen. Wir schätzten den Zander auf gute 3kg.

Als ich die haken lösen wollte musste ich leider feststellen, dass beide Drillinge so tief sitzen, dass ich sie nicht mehr sah. Und um das Leid des Fisches so schnell wie möglich zu beenden, gab es nur noch eine Lösung: Abschlagen und Filetieren. Es gab 2 schöne Filets, die uns 4, 2 Tage später sättigten. Ich ließ es mir nicht nehmen sie selbst zu zubereiten. Ich würzte sie mit Pfeffer, Salz und Chillie. Nach dem braten noch Zitronensaft drüber, fertig.

Sonntags verlief es dann eher ruhig. Joachim zeigte Frank und mir die Gegend. Zuerst fuhren wir an den oberen Stausee, wo wir als erstes an der riesigen Staumauer hielten. Beeindruckt von der Größe schoss ich ein paar Fotos bevor es weiterging. Wir fuhren knappe 70 km am Stausee entlang, als wir wieder umdrehten und zurückfuhren, da wir noch Köfis fangen wollten. Am Abend stand ein Essen im Bellavista, einem Restaurant mit schöner Aussicht, auf dem Plan. Wir bestellten uns alle auf Empfehlung eine Fischplatte. Sie schmeckt so gut, dass ich unbedingt in der Woche noch einmal eine essen wollte. Der restliche Abend verging bei gemütlichem Zusammensitzen, reden und vor allem Lachen wie im Flug bis wir dann gegen 1Uhr total übermüdet aber dennoch zufrieden ins Bett fielen.

Montags morgens um 8Uhr klingelte der Wecker. Raus aus den Federn und Frühstück kaufen gehen. Brötchen, so groß wie ein Frühstücksteller standen auf Speiseplan, zusammen mit Nutella, Marmelade, Wurst und Käse, genauso wie frische spanische Tomaten. Gegen Mittag packte ich meine Sachen zum ersten Welsguiding-Tag des Urlaubs und meines Lebens. Kopflampe, Ersatzkleider, Stuhl und vor allem Sonnencreme und Mütze. Die Temperatur war um 13 Uhr bei 32°C stehen geblieben. Es war 14Uhr als wir eine Autohupe hörten. Bodo, unser Guide für die nächsten 5 Tage war gekommen. Zusammen mit seinem Sohn Oskar und seinem Hund Quiqueck machten wir uns zusammen an den sogenannten 5-Minuten-Damm. Woher der Name kommt, später.

Dort angekommen fiel mir nur ein Wort ein: WOW! So ein Fleckchen Erde muss man erst mal finden. Nur das Rauschen des Wassers und das singen der Vögel konnte man hören. Doch plötzlich wurde diese Stille durch Hammerschläge jäh unterbrochen. Joachim war es der die Rutenhalter in den Boden hämmerte. 6 Stück schön in Reih und Glied standen sie nun bereit. Bodo montierte die Ruten, bestückte die haken und fuhr Montage für Montage raus zu den Hotspots. Am anderen Ufer befestigte er sie mit einer 0,35mm Monoschnur, welche als Reißleine diente.

Als Bodo fertig war wollte ich nun wissen, wieso dieser Platz 5-Minuten-Damm hieß, als wir zum ersten Mal ein Aalglöckchen hörten. Die Antwort war nur kurz: „Deshalb!“ Da Joachim und Wolfgang, Frank und mir  den Vortritt lassen wollten, da wir zum ersten Mal dabei sind, hatte ich das Glück näher als Frank an den Ruten zustehen. Bodo nahm die Rute und ich wartete auf den wie viele Monate vorher schon heiß diskutierten Anhieb. Aber er blieb aus, da Bodo seit ca.1Jahr nur noch mit Circle-Hooks arbeitete. Mit einem freudigem „Hängt“ übergab er mir die Rute und der erste Welsdrill meines Lebens begann.

Leider dauerte dieser keine 5 min, da der Fisch direkt auf mich zu schwamm. Es war schwer Kontakt zuhalten. Kurz vorm Ufer blieb er stehen, so dass ich ihn dann die letzten Meter bei pumpen konnte. Bodo landete ihn gekonnt mit einem Wallergriff und zog ihn langsam und vorsichtig auf die Plane, welche er zuvor schon bereit gelegt hatte. Da lag er nun mein erster Wels, 1,26m lang und wunderschön marmoriert.

Nachdem der Fisch vom Haken befreit war, begann das Fotoshooting. Zuerst mit einer Hand, dann auf dem Arm und zum Schluss noch im Wasser. Einfach ein geiles Gefühl. Jetzt hieß es aber wieder „BACK TO THE FREEDOM“ und als ob nichts gewesen wäre schwamm er langsam davon. Nachdem mir alle zum Fisch gratuliert hatten, legte Bodo und ich die Rute wieder aus. Jetzt hieß es für Frank warten, da der nächste seiner ist. Eine Stunde später etwa bog sich eine Rutenspitze Richtung Wasser und schoss, sofort nachdem die Reißleine ihre Funktion erfüllt hatte, wieder nach oben. Frank stürmte an die Rute und machte alles so wie es Bodo uns vorher erklärt hat. Hängt auch sagte er mit einem breitem Grinsen. Nach kurzem und vor allem Wels untypischen Drill, wussten wir wer das Kräftemessen gegen Frank und seine Rute aufnahm. Es war ein wunderschöner Schuppenkarpfen von knappen 13 Pfund. Natürlich hatte dieser an diesem starken Gerät nicht den Hauch einer Chance gehabt. Da wir mit 8 Pellets am Haar, einem sogenannten Donut, fischten hatten wir mit solch einem Fang nicht gerechnet. Nach dem Bilder machen und releasen beschlossen wir kurzer Hand, da es sich nicht um den Zielfisch handelte, dass Frank auch den nächsten Biss verwerten solle.

Und so kam es, dass Frank nur kurz darauf wieder am drillen war. Diesmal war der Drill anders. Kräftige Schwanzschläge sah man ganz eindeutig in der Rutenaktion, so dass schnell klar wurde: ZIELFISCH. 1,38m war Franks Silurus Glanis. Ein leichter gelbschimmer in der Marmorierung überdeckte den Körper des Fisches.

Auch Frank spielte, wie ich zuvor, die ganzen Fotomöglichkeiten durch. Natürlich stand auch bei ihm das Wohlbefinden unserer schleimigen Freunde zu jeder Zeit an erster Stelle. Klar sollte dies selbstverständlich sein, möchte an dieser Stelle trotzdem noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir Angler niemals vergessen dürfen, dass es sich bei einem Fisch genauso um ein Lebewesen handelt wie wir es sind, nur dass es nicht schreien kann wenn es Schmerzen hat!!!!

So jetzt aber wieder zurück, es war schon dunkel als der 4. Biss des Tages kam. Joachim war an der Reihe. Mit seiner Routine und Gelassenheit drillte er seinen, na raten Sie mal, richtig… KARPFEN; wieder nicht Zielfisch. Noch im Wasser abgehakt verabschiedete sich der Schuppi mit einem Flossenschlag in die Dunkelheit.

Gegen 22 Uhr war dann der erste Tag beendet und wir fuhren zurück ins Haus.

Dienstags morgens dann der gleiche Ablauf. Frische, leckere Brötchen kaufen gehen und dann in aller Ruhe bei 25°C um 9:30 Uhr frühstücken. Danach machte ich eine kleine Schwimmrunde direkt im Wasser vor unserer Haustür. Pünktlich um 14 Uhr stieß Bodo wieder zu uns und wir fuhren zum 2. Angelplatz den Bodo den Sackgassenplatz nannte. Quer durch Obstplantagen mussten wir fahren bis wir am Platz waren. Heute fischen wir volles Programm, d.h. nicht wie gestern mit6 sondern mit 8 Ruten. Gesagt getan. Schnell waren alle Ruten gespannt und wir saßen gemütlich zusammen. Nach ca. 3 Stunden der erste Biss des Tages. Joachim, der ja gestern einen Karpfen hatte war erneut an der Reihe. Ohne dem Fisch auch nur eine kleine Chance zu geben, pumpte er den Walli an Land. 1,52m war er lang und bis dato der Größte. Schnell ein paar Bilder von Bart- und Bartelträger und zurück mit ihm in sein Element.

Nun war nur noch Wolfgang ohne Fischkontakt. Frank und ich fotografierten in der Zeit des Wartens wahrscheinlich jeden Grashalm, Oskar schleppte Steine und warf sie ins Wasser, der Rest saß relaxt auf ihren Stühlen. Die Dunkelheit hatte uns schon eingeholt als auch Wolfgang nun endlich seinen Biss bekam. Ganz langsam bog sich die Rute nach unten. Zuerst waren wir uns nicht sicher ob es ein Fisch oder Kraut ist, doch lieber einmal zu viel anschlagen wie einmal zu wenig und deshalb konnte jetzt auch Wolfgang seinen Walli von 1,14m zum Landgang überreden.

Nach dem Fotografieren und zurücksetzen beschlossen wir langsam zusammen zupacken, als plötzlich ein heftiges Rucken durch die rechte Rute ging.

Endlich mal ein richtiger Biss, sagte Bodo. Da ich  nun wieder an der Reihe war, nahm ich die Rute mit einem kräftigen Ruck aus dem Ständer und der Spaß begann erneut. Schnell wurde mir klar dass dieser stärker und größer ist als mein Erster. Vom Angelhaken merklich genervt stellte er sich quer in die Strömung. Immer wieder die gleichen Bewegungen, Rute runter und wieder sofort nach oben, beim erneuten senken „gewonnene“ Schnur aufkurbeln. So die Theorie, die Praxis hingegen sah so aus, dass er am Anfang Schnur trotz fast geschlossener Bremse nahm und zwar soviel er wollte. Nach längerem Drill, in dem sich mein „Gegner“ noch in einem Baum festsetzte, konnte ich ihn letztendlich doch überreden zu uns ans Ufer zu kommen.

Da lag er nun in seiner vollen Länge und Schönheit. 1,59m und somit mein neuer PB (naja war ja auch erst der zweite Wels den ich gefangen habe). Hoch, quer von vorne, von hinten ins Maul alles war dabei und alles gab schöne Bilder. Das waren auch gleichzeitig die letzten des Tages, da wir jetzt zusammen packten.

Mittwochs morgens machten wir nach dem Frühstück einen kleinen Stadtbummel in Mequinenza. Auf der Liste standen ein Besuch im Camp „Bavarian Guiding“, ein Bummel an der Promenade, der Wochenmarkt und natürlich auch die Angelgeschäfte. So voll gepackt verging der Morgen viel zu schnell. 14Uhr war es wieder als Bodo uns zu unserem 3. Ausflug abholte. Wir fuhren wie am Vortag wieder durch Obstplantagen bis wir am Angelplatz ankamen. Ein ekliger Geruch lag dort in der Luft. Frank und ich fanden auch kurz darauf den Grund dafür: ein toter Schäferhund eingewickelt in ein Leintuch und einfach in den Wald geworfen. Unvorstellbar. Runenplatz so nannte ihn Bodo, da ein Steinhaufen ihn an ein Runengrab erinnerte. Die war auch der Platz an dem zusammen mit Henning Stielke vor ca.2 Jahren der Blinker-Bericht: „Der Guide der 1000 Welse“ entstand. Bodo ist nämlich genau dieser Guide. Er hatte in einem Jahr über 1000 Welse Anglern so wie uns an den Haken gebracht. Wir waren sehr optimistisch mit diesem Hintergrundwissen was diesen Platz anging. Wir mussten auch nicht lange auf den ersten Fischkontakt warten. Frank war diesmal wieder an der Reihe. So drillte er nun auch seinen 2. Wels ans Land. 89cm war dieser. Klein aber fein.Auch Joachim sollte an diesem Tag nicht lange warten.Wir saßen bei einem kühlen Getränk zusammen, als ein Glöckchen bimmelte.Gleichmäßig und vorsichtig, aber dennoch mit soviel Druck drillte er, dass der Fisch schnell müde wurde. Bei 1,46m hörte Bodo auf seinen Rollmeter aufzurollen. Zu den Fotos des 1,52m (erste von ihm) gesellten sich jetzt Weitere. Der Rest des Abends verlief fischtechnisch sehr ruhig. Allerdings nervte uns eine Armada aus Fliegen an denen wahrscheinlich der tote Hund nicht ganz unschuldig war. Mücken soweit das Auge reichte. Frank und ich zogen uns irgendwann auf den Steinhaufen zurück. Dort war es ein wenig angenehmer. Ohne nennenswerte Vorkommnisse endete der 3 Tag. Resume bis dato 7 Wels, 1,59m der Größte.

Donnerstag, Tag 4, sollte dann das Highlight an der Highbank werden. Nach kurzer Anreise zum Angelplatz montierten wir rasch unsere 8 Ruten und Bodo fuhr sie hinaus. Jetzt hieß es wieder warten auf den ersten Biss des Tages. Wolfgang war nun wieder an der Reihe, d.h. er sollte den Tag einläuten.

Kurz darauf war es dann auch soweit BISS. Er war schwer am pumpen und so konnte er nach längerem Drill, bei dem schnell klar wurde dass es sich hier um wohl den Größten bis jetzt handelt, einen 1,88m Wels landen. Wir saßen bei einem kühlen Getränk zusammen, als ein Glöckchen bimmelte. Gleichmäßig und vorsichtig, aber dennoch mit soviel Druck drillte er, dass der Fisch schnell müde wurde. Bei 1,46m hörte Bodo auf seinen Rollmeter aufzurollen. Zu den Fotos des 1,52m (erste von ihm) gesellten sich jetzt Weitere. Wolfgang kletterte die etwa 4m steile Felswand (daher der Name Highbank) zu Bodo und seinem Fisch hinunter. Die Fotosession fiel aber leider aus, da es sich der Waller schneller als geplant fürs Releasen entschied. Trotzdem kam Wolfgang mächtig stolz wieder zu uns rauf. Jetzt war es für mich wieder an der Zeit. In der Zeit des Wartens planten wir unseren Abschlusstag gemeinsam mit Bodo. Dieser hatte schon im Vorfeld einen Gasgrill besorgt und sagte uns dass er auch noch Bratwürste kaufen würde. Um die Getränke kümmerten wir uns. Pünktlich zum Ende unserer Planung klingelte ein Fisch an der Rute. Es sollte mein 3. werden wenn alles glatt ging. Dieser forderte mich mehr als die 2 ersten, Bodo schätze ihn sogar über 2 Meter. Noch aufgeregter drillte ich jetzt noch vorsichtiger.

 1,65m hatte dann dieser. Mein Größter. Ich war überglücklich und mit den Bildern klappte es auch besser als bei Wolfgang.

So jetzt war es wieder Frank der auf den nächsten Biss wartete. Gerade als die Dämmerung langsam einbrach rief Bodo „ BISS BISS“. Frank pumpte und drillte, aber nach ungefähr der Hälfte der Strecke gab es einen riesigen Ruck in der Rute und der Fisch war weg. Nun brauchte es ein paar aufmunternde Worte aber kurz darauf war alles wieder i.O. So ging dann auch der Tag zu Ende. Für Freitag, 5 und letzter Trip, suchte Bodo einen Platz aus den er den dicken Baum Platz nannte für uns aus. Wissentlich, dass am Vortag dort 2 Wels jenseits der 2,20m gefangen wurde. Wir bauten alles auf und ich begann danach sofort auf den Baum zu klettern. Normalerweise sagt ein Sprichwort: „Wenn Affen klettern, gibt es schönes Wetter“, aber es sollte doch Anders kommen. Zuerst aber kamen wir in den Genuss von leckeren, spanischen Bratwürsten. Nach ca.3 Stunden begann es dann zu regnen. Aber nicht wie bei uns sondern sinnflutartig. Innerhalb weniger Minuten stand unser Angelplatz komplett unter Wasser. Die Plane funktionierten wir kurzerhand zu einem Dach um.

Da wir die Tage zuvor immer länger angelten als normaler Weise üblich, brachen wir an diesem Tag wetterbedingt früher ab; leider ohne Fisch. Abends entschlossen wir uns noch mal ins Bellavista zum Essen zu gehen. So endete der letzte Urlaubstag. Zufrieden, aber dennoch traurig da es viel zu schnell zu Ende ging, fiel ich ins Bett. Meine Sachen waren soweit schon gepackt, sodass ich samstags morgens ein bisschen länger schlafen konnte. Nach dem letzten gemeinsamen Frühstück hieß es Abschied nehmen und auf die 1400km vorbereiten. Die Fahrt verlief ohne Probleme und so kamen wir nachts gegen halb 1 zu Hause an. Total übermüdet räumte ich das Auto aus. Jetzt noch schnell duschen und dann ab in die Falle.

Alles im Allem war es ein wunderschöner Urlaub mit tollen Freunden. Hier noch mal ein herzlichen Dank an Joachim, Wolfgang und Frank.

Marc Scheuer

TEAM PFALZCARP

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